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Autor: Daniel

Der Rosengarten im Großen Tiergarten in Berlin.

Posted in Berlin

Viel Grün steht um den Rosengarten. Der Große Tiergarten nämlich. Nein, nicht der Zoo, ihr doofen Touristen. Der schöne Park, den Friedrich der Große aus dem Jagdrevier seiner Vorfahren gestalten ließ. Das war schon anno Zopp (1742). Fast 200 Jahre musste der arme Tiergarten ganz einsam ohne den Rosengarten wachsen. Aber dann, 1909, hatten die Honoratioren ein Einsehen: der Junge braucht jetzt einen Rosengarten. Die Berliner U-Bahn war gerade in die Schule gekommen (*1902). Da sollte es dem Tiergarten auch an nichts mehr fehlen.

Rosengarten 2019
Der Rosengarten im Jahr 2019. Die halbkreisförmige Stoa wird aus heutiger Sicht vielleicht als stilisierte Ruine empfunden. Es ist jedoch unklar, ob sie nach den Zerstörungen durch den zweiten Weltkrieg überhaupt originalgetreu wiederaufgebaut wurde. 1972 herrschte eine ganz andere Gestaltungsideologie als zur Gründerzeit. Einige Tiergarten-Chronisten vermuten, dass die Pergola gedeckt gewesen ist und eventuell kleine Verkaufsstände zwischen den Sitzbänken vorhanden gewesen sind. Der Tiergarten war von Friedrich II von Preußen als Erholungsort für die Berliner gedacht. Es gab überall kleine Bauwerke zum Verweilen oder unterstellen. Zunächst auch Gastronomie-Zelte, später eine ganze Reihe von Biergärten und Wirtschaften. Davon übrig sind nur noch das Teehaus im Englischen Garten sowie das Café am Neuen See, dessen Saal ebenfalls nach dem 2. Weltkrieg im Stil der 50er Jahre neu erbaut wurde: riesige steglose Fensterfronten mit Blick auf den See und die Ruderboote der Ausflügler. 2019/20 ist der unter Denkmalschutz stehende Bau in einer Nacht-und-Nebel-Aktion verschwunden und wird im Corona-Jahr 2020 in Zeitlupe neu gebaut.
Rosengarten 2017
Der Rosengarten im Mai 2017. Je nach Jahreszeit ist der Rosengarten mehr oder weniger bunt. Dafür fallen die Standbilder aus Bronze mehr auf. Der hier zu sehende Hirsch ist 2019 verschwunden. Ein Schild gibt Auskunft darüber, er sei an einem anderem Standort zu finden – der jedoch leider nicht genannt wird. Die Denkmäler im Tiergarten sind leider innen hohl, was ihnen beim Dranklopfen die bis zu diesem Augenblick vorhandene Würde etwas nehmen. Hoffen wir mal, dass Vandalen und Diebe nicht wissen, wie man die Figuren vom Sockel löst. Lebensgroße Nachbildungen von ansässigem Großwild finden sich an verschiedenen Stellen, zum Beispiel Keiler. Sie sollen daran erinnern, dass der Tiergarten nicht umsonst Großer Tiergarten heißt und das auch einmal war. Bevor der Alte Fritz einen Lustpark für die Menschen gestalten ließ, war das Gelände wesentlich größer und diente den Kurfürsten als Jagdrevier. Genauso wie heute in einigen afrikanischen Wildtierparks waren die Tiere gezüchtete Exemplare – nur um von vermeintlichen feinen Herrschaften getötet zu werden. Eine bronzene Wisentplastik ist Zeuge dieser Ungeheuerlichkeit, denn Wisente waren in Preußen bereits seit dem Mittelalter ausgestorben und wurden auf Kosten der Steuerzahler aus Masuren geholt.
Rosengarten im August 2019
Rosengarten August 2019. Es ist wunderschön, die Veränderung der Vegetation im Lauf des Jahres zu beobachten. Echte Foto-Profis – also nicht ich – warten natürlich bin zum Sonnenuntergang, damit alles in ein warmes Licht getaucht ist. Dafür ist der Schattenwurf am späten Nachmittag interessanter. Viele haben im Hinterkopf, der Große Tiergarten sei von Lenné entworfen worden. Als Lenné 1818 den Auftrag für eine Neugestaltung bekam, war der Park aber schon rund 300 Jahre alt. Er hat den heute noch vorhandenen visuellen Duktus zwar sehr geprägt. Seine Arbeit hat die seiner Vorgänger jedoch auch respektiert. Den Rosengarten hat er mehr oder weniger aber neu angelegt. Während die Pflanzenpracht ein mannigfaltiges Potpourri aus vielerlei Arten darstellt, ist der Grundriss eher linear und für Linné untypisch. Der weitaus größte Teil des Tiergartens, vor allem der südöstliche Teil, die Neue Partie, trägt Lennés Handschrift deutlich. Bereits vor Lenné – etwa 1797 – war eine kleine Insel Jean-Jacques Rousseau gewidmet worden. Er hatte bereits damals eine »Rückkehr zur Natur« vorgeschlagen. Sie ist in ihrer Ursprünglichen Form noch so vorhanden. Lenné hat seine von Rousseau und den englischen Landschaftsgärten inspirierte Planung um solche Denkmale herumgestaltet. Die Geschicklichkeit, mit der Lenné vorhandene Objekte und Bereiche integriert hat, wirkt perfekt, eben wie aus einem Guss. Wer es nicht weiß, hält alles für natürlich – obwohl man sich über soviel natürliche Perfektion dann schon wieder wundern könnte.
Der gesamte Neue Große Tiergarten wurde vom Alten Fritz für die Nutzung aller Menschen in die Umgestaltung entlassen. Nicht mehr nur der Adel sollte hier eine stadtnahe Natur erleben, zumal er selbst die Jagd wohl scheußlich fand. Alle, die nach ihrer Façon in Preußen glücklich werden wollten, sollten dies das ganze Jahr hindurch im Tiergarten können. Vor allem im neu angelegten Rosengarten war Farbe der Schlüssel, um die unter der Woche geschundene Seele wieder zu heilen. Möglichst lange im jahr sind an diesem Ort der zeitlosen Entspannung mannigfaltige Tupfer von Blumen und Stauden zu bewundern – bis heute. Nicht nur die namengebenden Rosen finden hier ihre Bühne vor den BerlinerInnen. Farbenprächtige Blumen aller Art stehen den Bienen und anderen Insekten zur Verfügung. Die Menschen erfreuen sich der Wogen aus Rosarot und Gelb, Violett und Grün. Hier sind Pracht und Fülle die tonangebenden Charaktere, dass es dem Auge bald auch zu viel wird. Hat man sich satt gesehen, führt einer der drei Ausgänge zurück in den allgemeinen Park. Auch der präsentiert vielerlei Geblüm der besonderen Art, nur weniger üppig. Der Märkische Sand lässt Buntheiten wie Oasen aus dem eher mageren Grün hervortreten. Auch im übrigen Tiergarten ist kaum eine Pflanze zufällig an ihrem Standort. Dennoch ist es den Gestaltern gelungen, den Eindruck von Natürlichkeit über Generationen von Gärtnern zu entwickeln.

GEZ zahlen?

Posted in Allgemein, and Politik

Ja! Natürlich.

  • Was hätten Kinder ohne die Sendung mit der Maus?
  • Wer würde uns aufklären ohne den Weltspiegel?
  • Wie wäre ein Tag ohne die Tagesthemen?
  • Wo wäre Deutschland ohne Monitor?
  • Warum sollte die Kultur auf die vielen besonderen Dokus, Magazine und Beiträge auf ARTE verzichten?
  • Was wäre der Sonntag Abend ohne den Tatort?

Die vielen Verbraucherratschläge, das Schulfernsehen, die Co-Produktionen mit den öffentlichen Sendern anderer Länder. Das braucht die Demokratie. Vor allem die unanhängige Berichterstattung von freien Journalisten. Natürlich machen die auch manchmal Fehler. Aber was ist das im Gegensatz zu den privaten Sendern, die überhaupt keine freie Presse darstellen? Ganz abgesehen von den Propagandasendern aus Russland oder den USA, die man nicht mal als Presse bezeichnen kann.

»Aber ich schaue gar kein öffentlich-rechtliches Fernsehen, warum soll ich also dafür bezahlen?«

Sie haben auch nichts davon, dass die Bundesrepublik im Jahr 2017 für Rüstung satte 37.000.000.000 Euro (37 Milliarden) ausgegeben hat (Quelle: Verteidigungsministerium). Mal unbeachtet der Tatsache, dass die deutschen Gewehre nicht treffen und kein einziger NH90-Hubschrauber einsatzbereit ist und kein deutsches U-Boot funktioniert. Das sind über 400 Euro pro BundesbürgerIn.

28.000.000.000 (28 Milliarden) Euro fließen die Verkehrsinfrastruktur (Quelle: Bundesfinanzministerium). Das sind über 400 Euro pro Fahrzeug. Aus Sicht eines der über 20 Millionen Menschen, die gar kein Auto haben, ungerecht, oder?

Was sind angesichts dieser Zahlen 17,50 Euro pro Monat für Bildung, Nachrichten, Unterhaltung und vieles andere, was es im privaten Rundfunk nicht gibt? Ein Klacks.

Apple-Server repariert

Posted in EDV/IT

MacPro-Server einer Berlin-Kölner Agentur innerhalb von 3 Stunden wieder zum Laufen bekommen.

Keine Ahnung, was drei Stunden Produktionsausfall kosten. Aber ein redundanter Server – der kann eine Nummer kleiner sein – ist es wert, vorhanden zu sein. Der kann in den Normalbetrieb eingegliedert sein, zum Beispiel als Chef-Computer. Dann besteht der Bereitstellungspreis nur noch aus der Differenz zwischen dem sowieso angeschafften Chef-Rechner und einem passend konfigurierten Server.