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Definition: Kiezblock

Posted in Berlin

Der Begriff Kiezblock

Der Begriff Kiezblock hat sich mittlerweile so sehr verbreitet, dass er dabei recht unscharf geworden ist. Er steht nun eher allgemein für die Idee, in einem überschaubaren Gebiet etwas für die eigene Wohngegend zu tun.

Die Bedeutung des Wortes Kiezblock

Der Begriff ist schon so alt, dass mittlerweile wohl jeder etwas anderes darunter versteht. Heute bezeichnen die meisten Menschen den Bereich als Kiez, in dem ihr eigener Block steht und der von größeren Straßen eingegrenzt wird. Im Fall des Karl-August-Kiez sind das 13 Blocks mit 10.000 Menschen – eine Kleinstadt.

Der Kiezblock Sprachlich betrachtet

Sprachlich betrachtet müsste es zudem Blockkiez heißen. Denn der Kiez besteht aus Blöcken, nicht umgekehrt. Der Begriff Kiezblock ist nicht definiert. Eventuell leitet er sich von der heute üblichen Betrachtungsweise von oben auf einen Stadtplan ab, auf dem die Kieze als mehr oder weniger geschlossene Blöcke erkennbar sind. Im Mittelalter waren Kietze eigenständige Siedlungen mit speziellen Aufgaben, entfernt verwandt mit Werksiedlungen.

Die Geschichte der Blöcke und Kieze

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war der Begriff Kiez häufig nahezu identisch mit dem Begriff Block. Jeder Block hatte mindestens vier Kneipen, einen Kuhstall, Bäcker und Milchladen, eine Kohlenhandlung, Fleischer, Krämer, Schneider etc. Besonders die sehr großen Blöcke aus Parzellen mit mehr als drei Höfen pro Grundstück musste man daher kaum verlassen. Trotzdem gab es je nach Wohngegend natürlich auch große Unterschiede. In den Arbeiterwohngegenden hatten die Blöcke auf dem Wedding nicht selten 30 Höfe mit allen erdenklichen Industrien, Gewerben und Sondernutzungen.

Der größte noch erhaltene, geschlossene Block Berlins liegt zwischen Immanuelkirchstraße, Marienburger Straße, Winsstraße und Prenzlauer Allee. Je nach Zählweise hat er 30 bis 60 Höfe. Letzteres, wenn man pro Parzelle zählt. Da die Eltern häufig auf dem Block gearbeitet haben und 30 Höfe für Kinder genug Abwechslung boten, gab es kaum Gründe, auch nur auf die andere Straßenseite zu gehen. In den damaligen Mietskasernen wie Meiers Hof haben 2000 Menschen gewohnt. Zehn solcher Parzellen auf einem Block haben so viele Einwohner wie eine Kleinstadt gehabt. 1905 betrug die Wohndichte über 700 Menschen pro Hektar – heute liegt sie in Berlin oder London etwas über 100, in Paris etwas über 200/ha. 1942 waren in Berlin über 4,5 Millionen Menschen gemeldet.

Fazit zum Begriff Kiezblock

► Lange Rede, kurzer Sinn: Wortbildungen aus Kiez und Block sind eher eine positiv behaftete, vielschichtige Reminiszenz an den Siedlungs- bzw. Städtebau.